Glockennacht
Freitag, 6. Juli 2012 - 20.00 UhrStadtpfarrkirche St. Blasius Ehingen
Programm
20.00 Uhr
Legenden & Balladen
Die Glocke in Dichtung und Musik
Werke von Schiller, Karg-Elert, Bunk, Dupré u.a.
Die Glocke in Dichtung und Musik
Werke von Schiller, Karg-Elert, Bunk, Dupré u.a.
21.15 Uhr
Tintinnabuli
Musik für Streichorchester von Arvo Pärt
Musik für Streichorchester von Arvo Pärt
21.45 Uhr
Fermata
Bewirtung im Marienheim
Bewirtung im Marienheim
22.30 Uhr
Signum dare
Uraufführung einer Komposition von Volker Linz für Sprecher, Orgel und die Glocken von St. Blasius
I Te Deum laudamus
II Gloria in excelsis Deo
III Da pacem, Domine
Uraufführung einer Komposition von Volker Linz für Sprecher, Orgel und die Glocken von St. Blasius
I Te Deum laudamus
II Gloria in excelsis Deo
III Da pacem, Domine
Ausführende:
Martin Neubauer, Bamberg | Rezitation
Camerata Ulm
KMD Volker Linz | Orgel, Konzeption und Leitung
Martin Neubauer, Bamberg | Rezitation
Camerata Ulm
KMD Volker Linz | Orgel, Konzeption und Leitung
Erläuterungen
Mir scheint es wunderbar und bemerkenswert,
dass eine Kunst erfunden wurde,
durch einen Klöppelschlag
in einer und derselben Sekunde
in 1000 verschiedenen Herzen
eine und dieselbe Empfindung zu wecken.
Dass man also Wind und Wolken zwang,
sich mit unseren Gedanken zu beladen.
(F. R. de Chateaubriand)
dass eine Kunst erfunden wurde,
durch einen Klöppelschlag
in einer und derselben Sekunde
in 1000 verschiedenen Herzen
eine und dieselbe Empfindung zu wecken.
Dass man also Wind und Wolken zwang,
sich mit unseren Gedanken zu beladen.
(F. R. de Chateaubriand)
Seit über 5000 Jahren fasziniert der Klang von Glocken, dem wohl ältesten Musikinstrument, die Menschen. Die Glocke hat dabei ihren Platz in allen großen Kulturen der Welt erobert, besonders im Leben und im Herzen der Menschen in Europa. Dabei war sie für Musiker, Dichter, Bildhauer und Maler aller Jahrhunderte stets Inspirationsquelle. Seit dem frühen Mittelalter ruft die Glocke die Menschen zum Gebet, zur Arbeit und zur Muße. Sie ordnet das Leben hinter den Klostermauern und draußen in Stadt und Land. Sie mahnt die Lebenden, die Gedanken auf Ewiges zu lenken, sie beklagt die Toten und begleitet sie auf ihrem letzten Weg, sie warnt vor Unbill und Katastrophen. Schweigen die Glocken, gehen Menschlichkeit und Wärme verloren.
Seit Pachomius, einem Mönch aus dem 3. Jh., gilt signum dare, das Glockenläuten, als Aufruf zum Dienst an Gott und an den Menschen.
Die Glockennacht am 6. Juli 2012 rückt die Glocke, ein einzigartiges Kulturgut und Symbol christlichen Lebens, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Künstler aller Zeiten haben sich vom Glockenklang inspirieren und leiten lassen. Im ersten Teil der Nacht erzählen Legenden über wundersame Ereignisse mit Glocken, unterlegt mit "Legendenmusik" des frühen 20. Jh. Größte dichterische Huldigung erfährt die Glocke durch Schiller, dessen "Lied von der Glocke" rezitiert wird.
Arvo Pärt, zeitgenössischer Komponist aus Estland, wurde berühmt durch seine Werke, die er im Tintinnabuli-Stil, im
Glöckchenstil, geschrieben hat. Drei dieser Kompositionen für Streichorchester erklingen im zweiten Teil.
Nach einer Bewirtungspause im Marienheim endet die Nacht mit der Uraufführung einer etwa halbstündigen Komposition für Orgel, Sprecher und die Glocken von St. Blasius von Volker Linz. Das Werk heißt "Signum dare", dessen drei Sätze "Te Deum laudamus", "Gloria in excelsis Deo" und "Da pacem, Domine" sich mit Themen aus dem Gregorianischen Choral beschäftigen. Dabei sind diese Themen zugleich Läutemotive zahlreicher Glockenensembles. Der Hymnus "Te Deum" ist das große Nachtgebet der Kirche, es wird am Ende zum unaufhörlichen Gebet, zur Litanei: Auf dich, Herr, vertraue ich; lass mich niemals zuschanden werden. Der zweite Satz, das "Gloria in excelsis Deo" ist als Iubilus vertont - Himmel und Erde, Engel und Menschen, die Schöpfung und alles, was atmet, lobt Gott.
Schillers "Glocke" endet mit dem Vers "Friede sei ihr erst' Geläute" - die Glocke also als Symbol des Friedens, eines sehr fragilen Gebildes. Die Bitte um den Frieden - "Da pacem, Domine" - war und ist zu allen Zeiten aktuell. So verbindet sich das Schicksal der Glocken, die oft genug zu Kanonen gegossen wurden, mit dieser Bitte.
In der Komposition "Signum dare" verbinden sich Text, Orgelmusik und Glocken zu einem multimedialen Ereignis. Die liturgischen Texte der drei Sätze werden rezitiert und freier Dichtung gegenübergestellt. Die Orgelmusik greift die gleichnamigen gregorianischen Themen auf und deutet sie aus. Die Glocken von St. Blasius erklingen nicht live; sie wurden im Glockenstuhl aufgenommen und zu einer Audiomontage verarbeitet, die vom Tonträger zugespielt wird und als Surroundklang im Kirchenschiff hörbar ist. Die Glocken werden also so erklingen, wie sie im Kirchenraum sonst nie zu hören sind: Einzeln, in motivischer Abfolge, als Ensemble, in Melodik und Rhythmik musikalisch gruppiert und organisiert, als Schlagton und als Obertonklangfläche, im Originalklang und elektronisch verändert.
Seit Pachomius, einem Mönch aus dem 3. Jh., gilt signum dare, das Glockenläuten, als Aufruf zum Dienst an Gott und an den Menschen.
Die Glockennacht am 6. Juli 2012 rückt die Glocke, ein einzigartiges Kulturgut und Symbol christlichen Lebens, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Künstler aller Zeiten haben sich vom Glockenklang inspirieren und leiten lassen. Im ersten Teil der Nacht erzählen Legenden über wundersame Ereignisse mit Glocken, unterlegt mit "Legendenmusik" des frühen 20. Jh. Größte dichterische Huldigung erfährt die Glocke durch Schiller, dessen "Lied von der Glocke" rezitiert wird.
Arvo Pärt, zeitgenössischer Komponist aus Estland, wurde berühmt durch seine Werke, die er im Tintinnabuli-Stil, im
Glöckchenstil, geschrieben hat. Drei dieser Kompositionen für Streichorchester erklingen im zweiten Teil.
Nach einer Bewirtungspause im Marienheim endet die Nacht mit der Uraufführung einer etwa halbstündigen Komposition für Orgel, Sprecher und die Glocken von St. Blasius von Volker Linz. Das Werk heißt "Signum dare", dessen drei Sätze "Te Deum laudamus", "Gloria in excelsis Deo" und "Da pacem, Domine" sich mit Themen aus dem Gregorianischen Choral beschäftigen. Dabei sind diese Themen zugleich Läutemotive zahlreicher Glockenensembles. Der Hymnus "Te Deum" ist das große Nachtgebet der Kirche, es wird am Ende zum unaufhörlichen Gebet, zur Litanei: Auf dich, Herr, vertraue ich; lass mich niemals zuschanden werden. Der zweite Satz, das "Gloria in excelsis Deo" ist als Iubilus vertont - Himmel und Erde, Engel und Menschen, die Schöpfung und alles, was atmet, lobt Gott.
Schillers "Glocke" endet mit dem Vers "Friede sei ihr erst' Geläute" - die Glocke also als Symbol des Friedens, eines sehr fragilen Gebildes. Die Bitte um den Frieden - "Da pacem, Domine" - war und ist zu allen Zeiten aktuell. So verbindet sich das Schicksal der Glocken, die oft genug zu Kanonen gegossen wurden, mit dieser Bitte.
In der Komposition "Signum dare" verbinden sich Text, Orgelmusik und Glocken zu einem multimedialen Ereignis. Die liturgischen Texte der drei Sätze werden rezitiert und freier Dichtung gegenübergestellt. Die Orgelmusik greift die gleichnamigen gregorianischen Themen auf und deutet sie aus. Die Glocken von St. Blasius erklingen nicht live; sie wurden im Glockenstuhl aufgenommen und zu einer Audiomontage verarbeitet, die vom Tonträger zugespielt wird und als Surroundklang im Kirchenschiff hörbar ist. Die Glocken werden also so erklingen, wie sie im Kirchenraum sonst nie zu hören sind: Einzeln, in motivischer Abfolge, als Ensemble, in Melodik und Rhythmik musikalisch gruppiert und organisiert, als Schlagton und als Obertonklangfläche, im Originalklang und elektronisch verändert.
Infos
Eintritt
Eintrittskarten zu € 12,- und 9,- (ermäßigt) sind im Vorverkauf (über den Ehinger Musiksommer) und an der Abendkasse erhältlich.
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Aktualisiert am 30. Januar 2012 Kontakt




